Rivalität auf der Bühne

Simone Kermes, Sopran

Vivica Genaux, Mezzosopran

Andrés Gabetta, Violine

Cappella Gabetta

 

Carlo Francesco Pollarolo (ca. 1653-1723)

Ouvertüre zur Oper «Ariodante»

Giovanni Bononcini (1670-1747)

«Spera che questo cor» aus der Oper

«Astianatte» (Bordoni)

Georg Friedrich Händel (1685-1759)

«Scoglio d’immota fronte» aus der Oper

«Scipione» (Cuzzoni)

Attilio Ariosti (1666-1729)

«Vorreste o mie pupille» aus der Oper «Lucio

Verro» (Bordoni)

Johann Adolph Hasse (1699-1783)

«Priva del caro bene» aus der Oper «Dalisa» (Bordoni)

Nicola Porpora (1686-1768)

«Nobile Onda» aus der Oper «Elisa» (Cuzzoni)

Johann Adolph Hasse (1699-1783)

«Tu vuoi ch’io viva o cara» aus der Oper

«Cleofide» (Duett)

Nicola Porpora (1686-1768)

Ouvertüre zur Oper «Orfeo»

Johann Adolph Hasse (1699-1783)

«Va’ tra le selve ircane» aus der Oper

«Artaserse» (Cuzzoni)

Leonardo Vinci (1690-1730)

«L’onda chiara che dal fonte» aus der Oper

«Ifigenia in Tauride» (Bordoni)

Geminiano Giacomelli (1692-1740)

«Villanella nube estiva» aus der Oper

«Scipione in Cartagine Nuova» (Cuzzoni)

Johann Adolph Hasse (1699-1783)

«Impallidisce in campo» aus der Oper

«Issipile» (Bordoni)

Georg Friedrich Händel (1685-1759)

«No, più soffrir non voglio» aus der Oper

«Alessandro» (Cuzzoni)

Johann Adolph Hasse (1699-1783)

«Padre ingiusto» aus der Oper «Cajo Fabricio»

(Bordoni)

 

Simone Kermes und Vivica Genaux als Rivalinnen

Simone Kermes, Vivica Genaux und die Cappella Gabetta mit Andrés Gabetta rekonstruieren in diesem Programm den wohl erbittertsten Diven-Krieg der Operngeschichte. Der Erfolg eines Opernstars hängt nicht allein von seinem künstlerischen Talent ab. Seit Opern aufgeführt werden, gehören Freundschaften und Feindschaften unter Sängerinnen und unter Sängern dazu. Besonders in der Barockzeit, als der Starkult einen ersten Höhepunkt erklomm, verlangte das Publikum nach Rivalitäten, Konkurrenz, Liebe, Schmerz und Hass.

Zwei erbitterte Rivalinnen

Ein Paradebeispiel bieten DIE beiden Primadonnen des frühen 18. Jahrhunderts, Faustina Bordoni und Francesca Cuzzoni, die sich gegenseitig nichts schenkten, nach Möglichkeit vermieden, miteinander auf der gleichen Bühne zu stehen, und einander jeden Erfolg missgönnten. Als das King’s Theater in London am 4. September 1725 neben Francesca Cuzzoni eine weitere Sängerin engagiert, Faustina Bordoni, die man aus Italien geholt hat (aus Venedig, um genau zu sein), bricht zwischen den beiden sofort ein erbitterter Machtkampf aus zur grossen Erheiterung des Publikums! Die Engländer schwärmen für die italienische Oper, und die Konzertorganisatoren sind Meister im Musikmarketing geworden, einer Kunst, die eine grosse Zukunft vor sich hat.  Der Höhepunkt dieses «Stimmenkriegs» wird am 6. Juni 1727 bei der Aufführung von Asianatte von Bononcini erreicht. Im Saal herrscht ein beispielloses Durcheinander: Das Pfeifkonzert und die Buhrufe der Zuschauer bringen das Blut der beiden Sängerinnen in Wallung, und schliesslich werden sie sogar handgreiflich. Es kommt zu einem Skandal, der Spuren hinterlassen wird.

Cappella Gabetta begleitet die „Diven“

Nach seiner Ausbildung in Argentinien studierte Andrés Gabetta an der Musikhochschule Basel, dazu liess er sich an der Schola Cantorum Basiliensis in alter Musik ausbilden. Er gab Konzerte in Südamerika, China, Singapur und Japan. Andrés Gabetta ist der Leiter der Cappella Gabetta gilt als virtuoser Barockviolinist. Sol Gabetta erfüllte sich mit der Cappella Gabetta einen ihrer musikalischen Träume: Mit ihrem Bruder Andrés Gabetta als Konzertmeister der Cappella Gabetta und einer handverlesenen Schar von hoch qualifizierten Musikern aus Gabettas Umfeld kreieren sie Programme aus Barock und Frühklassik, die sie auf Originalinstrumenten in Konzerten und auf CD präsentieren.

 

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