Pierre Bleuse und das Kammerorchester Basel

KAMMERORCHESTER BASEL
PIERRE BLEUSE, Leitung

Georges Bizet (1838–1875)
Sinfonie C-Dur

Allegro vivo – Adagio – Allegro vivace – Allegro vivace

Gabriel Fauré (1845 – 1924)
Ouvertüre aus «Masques et Bergamasques», Op. 112

Wussten Sie, dass fast ein Jahrhundert ins Land ging, ehe zum ersten Mal die vor Esprit sprühende Sinfonie Nr. 1 von Georges Bizet erklang? Sie wurde per Zufall im Nachlass von Reynaldo Hahn im Pariser Konservatorium gefunden und am 26. Februar 1935 in Basel unter der Leitung von Felix Weingartner uraufgeführt. Da ist es reizvoll, sie heute in einer Interpretation der «Erben» dieser Pioniere, dem Kammerorchester Basel unter der Leitung von Pierre Bleuse zu hören.

Georges Bizet schreibt seine Sinfonie C-Dur im Alter von siebzehn Jahren. Der Komponist betrachtet das aus Begeisterung über die D-Dur-Sinfonie seines Lehrers und Freundes Charles Gounod entstandene Werk nur als Schülerarbeit, die einer öffentlichen Aufführung nicht würdig sei. Die Sinfonie wird 1933 eher zufällig am Pariser Konservatorium vom Musikwissenschaftler Jean Chantavoine im Nachlass Reynaldo Hahns entdeckt und erlebt am 26. Februar 1935 in Basel ihre Uraufführung unter der Leitung von Felix Weingartner, der sie ein Jahr später dem Pariser Publikum vorstellt. Der Erfolg ist durchschlagend. Sowohl das Publikum als auch die Musikwissenschaft sehen darin ein Musterbeispiel für Frische und Klarheit und rücken die melodische Begabung und technische Leichtigkeit Bizets in die Nähe Mozarts. Die vom romantischen Pathos meilenweit entfernte Sinfonie in C-dur weist eine absolut klassische Struktur auf, die mal an Mendelssohn, mal an Schubert erinnert. Für den Musikwissenschaftler Jean Roy verkörpert sie «das Wunder der Jugend»: «Obwohl man dort keinerlei Neuerungen zu entdecken vermag, klingt die Sinfonie so, als wären nicht schon Hunderte vor ihr komponiert worden.»

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