Cellosonate Nr. 5 D-Dur & Cellosonate Nr. 3 A-Dur

Sol Gabetta, Violoncello

Nelson Goerner, Klavier

 

LUDWIG VAN BEETHOVEN:

Cellosonate Nr. 5 D-Dur op. 102

Cellosonate Nr. 3 A-Dur op. 69

 

Aufgezeichnet am 17. Juli 2016 in der Kirche Saanen

Sol Gabetta und Beethoven

Sol Gabetta hat Beethovens Tripelkonzert (mit Giuliano Carmignola, Dejan Lazić und Giovanni Antonini) eingespielt, sie hat verschiedene Alben mit Sonaten eingespielt (mit Hélène Grimaud und Bertrand Chamayou), aber bisher noch keine der fünf Sonaten von Beethoven. Aber auch so bewirkt sie Wunderbares, wenn sie Beethoven spielt, dessen Werk von ihr eine stilistische Meisterschaft und eine grosse Ausdruckskraft verlangt.
Umso mehr freuen wir uns über die Live-Aufzeichnungen ihrer wunderschönen Hommage an Beethoven, die Beethoven-Soirée vom 27. Juli 2018 mit dem österreichischen Pianisten Rudolf Buchbinder, einer lebenden Legende. Und wir freuen uns über die « Gala à deux » vom 17. Juli 2016, wo Sol Gabetta mit ihrem Landsmann Nelson Goerner gespielt hat ; die beiden haben damals die Sonate in D-Dur und die Sonate in A-Dur interpretiert.

Nahe bei der «Pastorale»

Die Sonate in A-Dur passt besonders gut für die Art von Sol Gabettas Spiel. Sie ist ein Jahrzehnt nach den ersten beiden Cellosonaten von Beethoven geschrieben worden. Anders als diese, die von einer ungezügelten Pathetik sind, zeichnet sie sich durch eine beherrschtere Ausdrucksweise aus, die dem Interpreten erlaubt, die feinen Abstufungen der Farbpalette seines Spiels zu zeigen. (Gott weiss, dass die Schülerin von Ivan Monighetti und David Geringas all diese Abstufungen beherrscht!)
Einige haben in der schönen Heiterkeit, die diese Sonate (Opus 69) durchdringt, einen Vorboten der lyrischen sechsten Symphonie («Pastorale») sehen wollen… Eines ist gewiss: Es war der beste Schüler von Beethoven, Carl Czerny, der bei der Uraufführung am Klavier sass! Zwei Jahrhunderte später kann Sol Gabetta auf die solide und inspirierte Unterstützung eines der besten Pianisten seiner Generation zählen. Es ist Nelson Goerner, der heute ein anerkannter Konzertpianist ist (und ausserdem Professor an der Haute école de musique de Genève und an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin).

Sol Gabetta

Künstlerbeschreibung

« Sol », wie die Sonne: Man hätte keinen besseren Vornamen für die Cellistin Sol Gabetta wählen können! Sie strahlt buchstäblich jedes Mal, wenn sie auf der Bühne auftritt, aber auch, wenn man ihr hinter den Kulissen begegnet, sie ist liebenswürdig und nimmt sich Zeit für einen. Seit bald zwei Jahrzehnten ist sie in Gstaad präsent, sie ist eine Art Patin für das Festival geworden; jedes Jahr erwartet man von ihr neue Projekte, die sie oft als Voraufführung darbietet.

Die «Bärentatzen» der Familie Gabetta

Man kennt ihre glänzende Karriere. Man weiss weniger, wie diese begonnen hat. Sie hat uns das einmal beiläufig erzählt, als sie ein Konzert im Saanenland gab: «Ich war dreijährig und mein Bruder Andres war acht. Man hat uns beiden eine Violine in die Hand gedrückt. Aber – logisch – er spielte viel besser, weil er ja älter war. Dann hat man eines Tages meiner Mutter angeboten, Cellounterricht zu geben.» Dank der Suzuki-Methode machte Sol grosse Fortschritte. «Das Cello hat mir gleich zugesagt. Es ist viel natürlicher für mich als die Violine; ich bin klein und habe riesige Hände; wir haben alle Bärentatzen in unserer Familie; ich weiss nicht, wie Andrés das macht mit seiner Geige!»

Cappella Gabetta – aus Liebe zur Authentizität

Die Jahre vergehen, die verschlungenen Wege des Berufslebens trennen die Geschwister. «Nachdem er sein Diplom hatte, begegnete Andres Christophe Coin, (dem grossen Cellisten und Spezialisten für die sogenannte historische Aufführungspraxis). Er hat sich darauf voll und ganz in der Barockmusik engagiert. Auch wenn ich mit Interesse seine Aktivitäten weiterverfolgt habe, habe ich mich dem grossen Konzertrepertoire zugewandt. Dies bis zum Moment, wo ich meine eigene Begegnung mit der alten Musik hatte. Das war während meiner Arbeit am ersten «Progetto Vivaldi» für Sony.»
Diese Begegnung mit Vivaldi, dem «Prete Rosso», war ein Riesenerfolg, sodass Sony schnell an eine Fortsetzung dachte. Und Sol Gabetta wusste, dass dies die Möglichkeit wäre, wieder mit ihrem Bruder zusammenzuarbeiten: So wurde die Cappella Gabetta geboren! Und von da an gehört auch die Cappella Gabetta zu den regelmässig eingeladenen Gästen des Gstaad Menuhin Festivals.

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